Wie alles begann...

Historie des Spielmannszuges „Werratal”

 

Am 21. Mai 1956 fanden sich elf Schüler der jetzigen Alexander-von-Humboldt-Schule und zwei Schüler der nicht mehr existierenden kath. Volksschule zusammen und entschlossen sich, das mit viel Fleiß und einer gehörigen Portion Können erlernte gemeinsame Musizieren auch nach der Schulentlassung fortzusetzen.
Dreizehn Jungen waren es 1956, das war damals so - seit geraumer Zeit spielen Jungen und Mädchen wie selbstverständlich gemeinsam, und das ist gut so.
Das gemeinsame Wollen der 13 war jedoch nicht so einfach umzusetzen, taten sich doch mannigfache Schwierigkeiten auf. So musste man Instrumente beschaffen, jemanden finden, der fachlich und menschlich als Übungsleiter geeignet war, und einen passenden und ausreichend großen Übungsraum finden. Aber der Wille war so stark, die Dreizehn so voller Optimismus, dass das Vorhaben mit hohem persönlichen Einsatz und großzügigem Entgegenkommen von verschiedenen Seiten verwirklicht werden konnte.
Ohne einen Erich Scheiwe, einen Karl Hüther, einen Herbert Koch wäre dies sicherlich nicht gegangen, diese Namen stehen für die vielen Förderer und Freunde, die uns damals ohne Anspruch auf Gegenleistung unterstützten. Wenn wir auch zunächst auf geliehenen Instrumenten spielten und in freier Natur unsere Übungsstunden abhielten, so tat dies alles dem Vorhaben keinerlei Abbruch. Schon bald hatten wir unsere eigenen Instrumente, konnten unsere Übungsstunden nach einem „Backstubenzwischenspiel" im Saal der Gaststätte „Zur Stadt Eschwege" stattfinden lassen, welche für viele Jahre unsere Heimat war.
1959 konnten wir erstmals in einheitlicher Kleidung auftreten, 1965 folgte dann die erste Uniform und 1972 schließlich wurden wir aufgrund neuer Kleidung zu den „Rotjacken", wie man uns auch heute noch nennt. Wir sind darüber keinesfalls böse, betrachten diese Bezeichnung vielmehr als liebgewordenes Erkennungsmerkmal.
Zum 30jährigen Bestehen des Spielmannszuges 1986 schlossen sich ehemals Aktive zu einem „Ehemaligenzug" zusammen. Diese konnten zwar aus verschiedenen Gründen nicht mehr beim Hauptzug mitspielen, wollten aber trotzdem dem SZW und der Musik treu bleiben. So wurde sich gelegentlich wieder getroffen und gemeinsam Musik gemacht.
Von 1984 bis 2004 führte Walter Pollack unseren Verein und veränderte im Laufe seiner Amtszeit den Verein in einen modernen Spielmannszug, wie er sich heute noch darstellt. Während dieser Zeit entfernten wir uns langsam von der reinen Marschmusik und fügten unserem Repertoire mehr Evergreens und Schlager hinzu, und begannen im Zelt und auf der Straße Show zu praktizieren.
Seit 2005 trifft sich der Ehemaligenzug in regelmäßigen Abständen und nimmt seitdem hin und wieder an Festumzügen teil.
Im Jahr 2005 wurde auch in unsere Zukunft investiert und aufgrund der großen Nachfrage der Ausbildungszug des SZW, die "Rotjackenkids", gegründet. Diese traten erstmals zu unserem 50jährigen Jubiläum in der Öffentlichkeit auf.
Mitte des Jahres 2007 ergab sich für uns die Möglichkeit, einen lang gehegten Traum zu verwirklichen: Ein eigenes Vereinsheim!
Durch die Anmietung der Räume der ehemaligen Gaststätte „Phönix" in der Kniegasse haben wir nun die Möglichkeit, im „Rotjacken-Treff" (so haben wir unser Vereinsheim getauft) den Übungsstundenbetrieb unserer mittlerweile 3 Züge (Jugend-, Haupt- und Ehemaligen-Zug) unseren Bedürfnissen anzupassen und auch das gesellige Vereinsleben auszubauen.
Heute besteht der Verein aus ca. 300 Mitgliedern, wovon ca. 120 (!) Aktive zu nennen sind. Von diesen Aktiven musizieren z. Zt. 45 im Hauptzug und 40 werden im Jugendzug, den „Rotjacken-Kidz", ausgebildet. Weitere 35 ehemals im Hauptzug aktive Spielleute gehen ihrem Hobby im Ehemaligenzug nach.